Mittwoch, 16. Februar 2011

Mein Sechsmonatsbericht fuer den ICJA & Projektfotos !

Nun sind drei weitere Monate und somit schon die Haelfte meines Freiwilligendienstes in Ecuador vorueber und es ist Zeit fuer meinen zweiten Zwischenbericht.
Seit meinem ersten Bericht hat sich einiges in dem Projekt, in dem ich arbeite veraendert:
Es wurden einige Bauarbeiten vorgenommen und so gibt es nun auf der Farm eine Kapelle und die im Projekt lebenden Jungen haben ein neues Wohnhaus bekommen.
Nun leben fast alle Kinder zusammen in einem Haus und schlafen in einem Zimmer in Stockbetten. Nur die vier aeltesten, bzw. selbststaendigsten Kinder leben in einem der vorherigen Wohnhaeuser und haben jeweils ein eigenes Zimmer.
Ausserdem wurde an einer anderen Stelle das Geld gekuerzt und so koennen die externen Kinder seit diesem Jahr nicht mehr zum Essen in die “Granja” kommen. Sie haben trotzdem die Moeglichkeit zur Hausaufgabenbetreuung zu erscheinen. Diese Leistung, hat jedoch niemals ein Kind in Anspruch genommen, denn die Motivation ins Projekt zu kommen wurde durch die warme Malzeit gepraegt.
Durch diese Veraenderung hat sich auch mein Tagesablauf geaendert.
Ich muss nun nicht mehr beim Vorbereiten des Essensraums helfen, denn die Jungen, die in der Farm leben essen in der Kueche.
Desweiteren besteht meine Hausaufgabengruppe nun nur noch aus den drei Kindern des Hausmeisters und deren Cousine. Trotzdem ist die Hausaufgabenbetreuung durch die wenige Anzahl der Kinder nicht leichter geworden, denn die Kinder haben grosse Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, haben ein sehr schlecht ausgepraegtes Zahlenverstaendnis, koennen nur sehr schlecht oder gar nicht Lesen und Schreiben und brauchen deswegen jeder sehr viel Hilfe oder koennen die Hausaufgaben und die schulischen Anforderungen gar nicht alleine bewaeltigen.

Auch meine Wohnsituation hat sich geaendert. Ich bin aus dem Projekt ausgezogen und lebe nun in einer Gastfamilie. Dadurch habe ich nun auch feste Arbeitszeiten und arbeite im Durchschnitt nur noch 8 Stunden pro Tag.
Das Leben in meiner neuen Gastfamilie gefaellt mir sehr gut und obwohl ich noch nicht lange dort lebe fuehle ich mich dort schon richtig wohl und zuhause.
Durch das Leben mit Ecuadorianern habe ich auch das Gefuehl die Sprache besser zu lernen und die Kultur und das Leben der Menschen hier besser zu verstehen und mitzuerleben.

An den Wochenenden bin ich jedoch meistens nicht bei meiner Gastfamilie, sondern reise mit anderen Freiwilligen.
Einheimische Freunde zu finden finde ich schwierig. Jungen und Maenner zeigen viel Interesse an mir, aufgrund meines auffalend anderen Aussehends. Wenn ich alleine oder nur mit weiblichen Personen unterwegs bin wird mir viel hinterhergepfiffen und hinterhergeschrien. Oft werden dafuer ein paar Brocken Englisch aus dem Wortschatz der auf sich aufmerksam machenden Personen gesucht. Das finde ich ziemlich anstrengend und es zeigt mir, dass ich immer als “anders” gesehen werde und, dass ich auch wenn ich hier schon viele Jahre leben wuerde irgendwie nie richtig dazu gehoeren wuerde, sondern immer als “Gringa”(Begriff, der urspruenglich fuer die Maedchen und Frauen aus der USA verwand wurde und die heute alle weissen und reichen Menschen bezeichnet) gesehen wuerde.
Auch, dass ich oft als Tourist gesehen werde und manche Leute versuchen mit mir auf Englisch zu reden, obwohl mein Spanisch meistens um einiges besser ist als ihr Englisch, stoert mich sehr. Schliesslich lebe ich nun schon seit einem halben Jahr in Ambato,  kenne mich hier aus und bin nicht nur auf der Durchreise.
Dass ich aber oft als Touristin abgestempelt werde und auch meine Sprachkentnisse untergraben werden, hindert mich daran mich hier wirklich einzuleben.

Da das weltwaerts-Programm ein Lerndienst ist, stellt sich natuerlich die Frage, was ich waehrend meines Freiwilligendienstes gelernt habe.
Ich glaube im letzten halben Jahr in Ecuador viel dazugelernt zu haben. Ich befand mich oft in schwierigen Situationen, die ich mit meinen anfaenglich kaum vorhandenen Spanischkentnissen bewaeltigen musste.
Ausserdem habe ich gelernt, wie wichtig der Respekt in jeder zwischenmenschlichen  Beziehung ist und, dass man immer nur so viel Respekt von einer Person verlangen kann, wie man auch bereit ist zu geben. Wenn der Respekt verloren geht oder erst gar nicht aufgebaut wird ist es sehr schwierig eine normale Beziehung zu einem anderen Menschen zu fuehren. Als ich in das Projekt kam war es fuer mich sehr schwierig von den Kindern respektiert zu werden. Sie haben versucht ihre Grenzen auszzutesten und ziemlich viel Unfug gemacht. Es ist natuerlich schwierig fuer einen Jungen, der vielleicht nie den Respekt seiner ersten Bezugspersonen erhalten hat, anderen Achtung und Respekt zu schenken. Das ich heute mehr Respekt habe, merke ich daran, dass die Kinder mir beispielsweise keine Sachen mehr klauen wollen. Anfangs habe ich beispielsweise keinem der Kinder mein Handy gegeben und wollte auch nicht mit meinen Kartenspielen mit ihnen spielen, denn sie haetten die Karten geklaut.
Heute kann ich mein Handy oder meine Karten den Kindern geben und sogar den Raum verlassen ohne Angst haben zu muessen, dass mir meine Sachen geklaut werden. Das war anfangs undenkbar.
Dass die Jugendlichen mir nun mehr Respekt entgegenbringen sehe ich als einen persoenlichen Erfolg und auch als eine Weiterentwicklung meiner Faehigkeiten an.

Generell hatte ich viele verschiedene Probleme im Projekt, die sich leider nicht loesen liessen, sodass  ich nun das Projekt wechseln werde.
Trotzdem bin ich froh und dankbar ein halbes Jahr mit diesen jugendlichen Jungen, die einmal auf der Strasse gelebt haben, zusammengearbeitet zu haben. Natuerlich gab es schwierige Situationen und Momente und viele Problemsituationen. Doch Jugendliche sind auch sehr ehrlich und sagen, wenn ihnen etwas nicht passt, koennen aber auch sehr beleidigend sein. Dadurch habe ich gelernt nicht alles persoenlich zu nehmen und zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik zu unterscheiden. Denn konstruktive Kritik kann durchaus positive Veraenderungen bringen.

Desweiteren habe ich die Schicksale einzelner Jungen kennengelernt. Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis einzelne Jugendliche das Vertrauen zu mir aufgebaut haben und sich mir oeffneten. Natuerlich musste ich auch ersteinmal einigermassen Spanisch sprechen koennen, um mich mit den Jungen ueber ernsthafte Themen unterhalten zu koennen.
Doch manche Jungen erzaehlten mir einen Teil ihrer Lebensgeschichte, die sehr traurig ist. Ueber das Leben alleine auf der Strasse, ohne ein Dach ueber dem Kopf, ohne Essen, ohne warme Kleidung, aber mit viel Angst im Dunkeln. Darueber von betrunkenen Menschen verpruegelt zu werden, weil sich diese ein wenig Geld von einem Strassenjungen erhoffen.

An einige Dinge im Projekt habe ich mich mit der Zeit gewoehnt. Zum Beispiel, dass es hier nicht so hygienisch ist, wie ich es aus Deutschland gewohnt war und, dass auch die Kinder nicht immer sauber sind oder unangenehm riechen.
An die hier herrschende Gewalt im Projekt habe ich mich jedoch immernoch nicht gewoehnt. Die Kinder pruegeln sich zwar haeufig nur zum Spass, doch aus Spass wird auch des oefteren Ernst und fuer mich ist es schwierig zu entscheiden, wann diese Grenze, die nur sehr schwammig definiert ist, ueberschritten wird.

Insgesamt glaube ich, dass meine Arbeit mit den Jugendlichen sinnvoll war. Ich konnte ihnen bei verschiedenen Dingen des Alltags helfen und so einen kleinen Platz in ihren Herzen gewinnen.

Nun freue ich mich auf mein neues Projekt und eine neue Herausforderung, bei der ich hoffentlich genau so viel lernen werde wie in dem ersten halben Jahr meines Freiwilligendienstes in Ecuador!








Montag, 31. Januar 2011

Und wieder kommt es anders als geplant...!

Das Projekt in Quito, in das ich eigentlich wechseln sollte wurde nun aus verschiedenen Gruenden aus der Projektliste von VASE gestrichen und ich werde nun also nicht dort arbeiten koennen.
Nun wird ein anderes Projekt fuer mich in Ambato gesucht.
Meine Geduld hat sich hier in Ecuador schon gut geuebt ;).

Am letzten Wochenende bin ich mit einem deutschen und einem schwedischen Freiwilligen nach Puerte Lopez an den Strand gefahren. Und dort habe ich meinen neuen Lieblingsort in Ecuador gefunden und somit Mindo vom Platz Nummer 1 geschmissen.

Am Samstag kamen wir morgens frueh in Puerte Lopez an und entschieden uns direkt am ersten Tag auf die Isla de la Plata (auch "Galapagos fuer Arme" genannt zu fahren. Die Bootstour mit einem schnellen Motorboot dauerte ca. eine Stunde.
Auf der Insel hatten wir dann eine Wanderung mit einem Guide. Wir konnten ziemlich viele Blaufusstauepel sehen und die schoene Umgebung bewundern. Nach ca. 3 Stunden Wanderung ging es dann wieder zurueck aufs Boot, wo wir zunaechst 6 riesige Wasserschildkroeten sahen und dann ein wenig weiter fuhren, um an einem Riff schnorcheln zu gehen. Das war echt super! Es gab sehr viele bunte Fische.








Am Sonntag sind wir dann mit einem Mototaxi (einer Art Motorrad mit Aufbau) zum Strand "Los Frailes", der in einem Naturschutzpark liegt gefahren.






So, nun schliesst gleich das Internetcafe. Macht es gut!

Montag, 24. Januar 2011

Es ist Herz gegen Kopf - Kopf gegen Herz !

Hola!

Am vorletzten Wochenende war ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen in Riobamba. Die kleine Stadt liegt ca 1h 15min Fahrt mit dem Bus, suedlich von Ambato entfernt.
Eigentlich wollten wir mit einer Eisenbahn noch weiter in den Sueden fahren. Leider war das aber nicht moeglich und so waren wir dann nur noch feiern und werden nocheinmal nach Riobamba fahren, um das nachzuholen.

In der letzten Woche war dann auch das Midtermcamp. Es war toll alle Freiwilligen wiederzusehen und sich gegenseitig ueber seine Erfahrungen auszutauschen.
Wir hatten verschiedene Einheiten , doch wir hatten auch genuegend Pausen.

Ausserdem habe ich die Chance genutzt, um nocheinmal ausfuehrlich mit der Ansprechpartnerin meiner Organisation (VASE) zu sprechen und sie hat mir endlich gruenes Licht fuer einen Projektwechsel gegeben.
Sie muss das ganze noch mit meiner Organisation in Deutschland (ICJA) besprechen.
Danach wird sie eine Gastfamilie fuer mich in Quito suchen und dann kann ich das Projekt wechseln und mit behinderten Kindern arbeiten. Sie meint das ganze dauert hoechstens 3 Wochen, da bin ich ja mal gespannt!

Es ist schade, meine Gastfamilie wieder wechseln zu muessen, denn sie ist echt toll.
Auch ein paar von den Jungs aus meinem jetzigen Projekt werde ich bestimmt vermissen. Trotz Allem bin ich froh, dass es nun wahrscheinlich klappt das Projekt zu wechseln, denn ich kann und moechte dort aus den verschiedensten Gruenden (die ich teilweise schon beschrieben habe) nicht mehr arbeiten.

Ich muss dann auch noch einen Bericht schreiben (zum Glueck nur auf Englisch und nicht auf Spanisch) aus welchen Gruenden ich wechseln moechte. Den Bericht werde ich dann auch noch hier veroeffentlichen.

So, ich wuensche euch eine tolle Woche,
bis dann!

Donnerstag, 6. Januar 2011

Vamos a la Playa oh oh ooooh!

Hola!

Ueber Silvester war ich wie geplant mit fuenf anderen Freiwilligen und einer Ecuadorianerin in Tonsupa, in der Naehe von Atacames.

Wir waren viel am Strand, haben spanische DVDs geschaut, waren feiern, haben zusammen gekocht (natuerlich endlich mal wieder deutsches Essen ;)) und haben Atacames besichtigt.





An Silvester waren wir dann in einer Strandbar. Um 12h sind wir dann an den Stran gegangen, wo unglaublich viele Menschen waren. Hier ist es ueblich grosse Puppen, die einen an Menschen des letzten Jahres erinnern zu verbrennen. Ausserdem gab es viele kleine Lagerfeuer, ueber die man drei mal springen soll, um im naechsten Jahr viel Glueck, Zufriedenheit und vieles mehr zu erhalten. Ich bin natuerlich auch drei mal druebergesprungen...dann kann ja nun nichts mehr schief gehen ;).


An einem Tag sind wir auch zu einem anderen Strand nach Mompiche gefahren. Der Strand war zwar ein wenig schoener, als in Tonsupa und in Atacames, dafuer mussten wir aber auch ziemlich lange mit dem Bus fahren. Ausserdem war der ganze Strand von kleinen, roten Krebsen besiedelt.





Nun bin ich wieder in Ambato und habe auch endlich meine neuen, geregelten Arbeitszeiten! Montags arbeite ich nun von 10:30-18h, Dienstags von 11:30-18h, Mittwochs von 8:30-22h, Donnerstags von 12-22h und am Freitag nur von 8:30-12h! Meine Arbeitszeiten haben sich also um einiges verbessert und nun habe ich auch endlich Zeit zur Spanischschule zu gehen. Habe mich aber bisher noch nicht darum gekuemmert ;).

Leider wurde in unserem Projekt das Geld gekuerzt, sodass die externen Kinder bis Maerz kein Essen mehr bei uns bekommen. Das hat natuerlich zur Folge, dass sie gar nicht ins Projekt kommen, denn wenn sie kein Essen bekommen wollen sie auch nicht nur zum Hausaufgaben machen kommen.
Das heisst es sind nur die mittlerweile 19 Jungs im Projekt und die 3 Kinder vom Hausmeister. Meine Hausaufgabengruppe besteht nun also aus 3 Kindern ;).

Bald ist schon die Haelfte meiner Zeit in Ecuador um! Vom 19ten bis zum 23ten ist schon das Midtermcamp in Cumbaya, in der Naehe von Quito, um gemeinsam mit den anderen Freiwilligen unsere bisherigen Erfahrungen auszutauschen und zu evaluieren.
Dafuer muss ich auch noch eine Praesentation ueber mein Projekt (ich denke auf Spanisch) vorbereiten.

Da wir gestern bis 22h arbeiten mussten durften Ciko und ich mit dem Pickup nach hause fahren und da Ciko das Auto nun noch bei sich hat holt er mich gleich ab, um zur Arbeit zu fahren.

Also bis dann, macht es gut!

Freitag, 24. Dezember 2010

Feliz Navidad!

Hallo ihr Lieben!

Ich wuensche euch Allen frohe Weihnachten! Feiert schoen.
Ich habe die Fotos aus Papallakta und von der Weihnachtsfeier im Camp Hope ergaenzt.

Natuerlich hatten wir auch eine Weihnachtsfeier bei uns im Projekt.
Habe im Moment keine Zeit darueber zu schreiben, aber ich denke Fotos reichen auch ;).






Ausserdem waren wir gestern (24.12.2010) morgens mit unserem Team in einer Hosteria schwimmen, essen und trinken ;).



Morgen fahre ich mit fuenf anderen Freiwilligen nach Atacames an den Strand und komme erst am 2.01. wieder!
Also einen guten Rutsch :)

Liebe Gruesse aus dem sonnigen
Ambato (Schnee an Weihnachten wird ja auch total ueberbewertet)!

Samstag, 18. Dezember 2010

Papallakta, Auszug & Weihnachtsfeier!

Hola a todos!

So nun ist schon wieder so viel passiert!
Am letzten Wochenende war ich mit Felix (einem anderen Freiwilligen) in Papallakta! Dort gibt es warme bis heisse Baeder, die von einem Vulkan erhitzt werden.
Um dort hin zu gelangen muss man von Tumbaco aus einen Bus in Richtung Oriente nehmen. Dann faehrt man ca. eine Stunde lang durch eine atemberaubende Natur hin zu dem kleinen Ort Papallakta, wo man sich in die verschiedenen Becken legen kann, umgeben von sehr hohen Bergen und Vulkanen und viel schoener Natur.




Ausserdem bin ich letzte Woche endlich ausgezogen! Es hat sich zwar alles wieder verschoben, aber am letzten Dienstag war es dann endlich so weit! Und es kommt eben doch oft anders, als man denkt. Zwar wollte ich schon lange unbedinngt ausziehen, aber ich dachte, dass ein Auszug zwar ein Trostpflaster waere, einen Wechsel des Projektes jedoch nicht ersetzen wuerde. Nun lebe ich in meiner Gastfamilie und bin supergluecklich dort. Unter der Woche sind nur die Eltern, die ich so auf mitte 50 schaetzen wuerde zuhause. Am Wochenende kommen dann manchmal die Kinder vorbei, die unter der Woche in Quito leben. Diese habe ich aber noch nicht kennengelernt. Nun habe ich also 2 Schwestern und einen Bruder in Deutschland und genau das Gleiche in Ecuador ;).
Meine Gastgeschwister sind 18, 21 und 23 Jahre alt. Ich bin schon gespannt sie kennenzulernen, ich denke an Weihnachten werden sie kommen.
Naja auf jeden Fall sind wir dann am Dienstag abends direkt mit dem Auto(sie haben einen Kaefer :o)) in die Mall zum Einkaufen gefahren und ich durfte mir ganz viel Essen aussuchen. Nun gibt es also fuer mich endlich nicht mehr immer nur Reis mit Huhn und Huhn mit Reis sondern Milchprodukte und Muesli zum Fruehstueck! Es stimmt halt... Essen macht eben doch gluecklich!
Ausserdem haben sie eine Dusche mit viel warmen Wasser! Das Haus ist auch sehr gemuetlich eingerichtet. Im Moment steht natuerlich ein grosser Plastikweihnachtsbaum mit unglaublich vielen bunten, blinkenden Lichtern und Lametta im Wohnzimmer. Er kann verschiedene Weihnachtslieder spielen, die mir mein Gastvater stolz praesentiuerte. Dazu gibt es dann noch ein Karussel, dass ein anderes Lied spielt und sich dreht und ein ca 30cm hohes beleuchtetes Riesenrad, das natuerlich noch eine dritte Musik dazu spielt. Neben dem Weihnachtsbaum steht ein Tisch, auf dem die Krippe aufgebaut ist. Drumherum liegt auch noch eine bunte Lichterkette. Auch wenn es eine ganz andere und viel ausgepraegtere Deko ist, als es in Deutschland ueblich ist, kam zum ersten Mal ein wenig Weihnachtsstimmung auf.

Nun muss ich noch eine Woche arbeiten und am 24.12.2010 bekomme ich dann nach einem halben Tag Arbeit frei und habe mir dann bis zum 03.01.2011 frei genommen. Wahrscheinlich fahre ich ab dem 26.12. nach Canoa an die Kueste und bleibe dann dort bis zum 02.01., aber das steht noch nicht so genau fest.

Gestern hatten wir auch unsere Weihnachtsfeier im Camp Hope, in dem eine Freiwillige von unserer Organisation arbeitet. In dem Projekt leben und lernen koerperlich und besonders geistig behinderte Kinder mit gesunden Kindern zusammen. Gestern haben wir dann einen ganzen Tag fuer diese Kinder gestaltet.
Alle Kinder wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt und diesen Gruppen wurden jeweils Freiwillige zugeteilt. Dann haben wir verschiedene Aktivitaeten mit unserer Gruppe durchgefuehrt. Wir haben Musik gemacht und Weihnachtslieder gesungen, es wurde ihnen das Maerchen Schneewittchen vorgelesen, wir haben Windlichter gebastelt und Plaetzchen gebacken.
Zum Schluss haben wir dann noch allen Kindern ein Theaterstueck vorgespielt, in dem ich ein Rentier gespielt habe. Der Weihnachtsmann aus dem Stueck hat dann noch Geschenke an alle Kinder verteilt, was die Kinder unglaublich gefreut hat. Alles in Allem war es eine super Weihnachtsfeier fuer die Kinder und auch fuer uns.






Im Moment bin ich noch in Tumbaco, weil ich mal wieder bei meiner alten Gastfamilie geschlafen habe. Nacher fahre ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen nach Quito, um uns ueber die Preise fuer die Galapagosinselns zu informieren.
Naechste Woche haben wir am 21.12. dann die Weihnachtsfeier mit den Kindern aus unserem Projekt. Es werden 190 Kinder erwartet und ich glaube es werden auch einige Eltern kommen. Da bin ich mal gespannt. Am 23.12. gehen wir dann mit unserem Team zusammen essen. Und dann habe ich ja auch schon bald Ferien!

hasta pronto :)

Dienstag, 7. Dezember 2010

Nobody said it was easy....

...no one ever said it will be this hard ;) ! So nun habe ich es auch. mit fast einem Monat Verspaetungung und voellig uebermuedet geschafft meinen Zwischenbericht zu schreiben. Ich weiss nicht, ob er teilweise zu subjektiv geworden ist, aber es sind ja nunmal meine persoenlichen Erfahrungen!
Fleissige Blogleser kennen meinen Arbeitsalltag und die meisten anderen Informationen aus dem Zwischenbericht auch schon, aber vielleicht interessiert es euch ja trotzdem :).


Erster Zwischenbericht fuer den ICJA:

Nun ist es schon ueber drei Monate her, dass ich Deutschland verlassen habe, um im Projekt “Chicos de la calle” der Salesianos auf der Farm in der Naehe von Ambato zu arbeiten.

In dem Strassenkinderprojekt leben 18 Jungen zwischen 11 und 16 Jahren, eigeteilt in zwei Familien, die jeweils in einem Bungalow wohnen.
In einem vergleichbaren Bungalow wohne auch ich mit einem anderen deutschen Freiwilligen.
Ansonsten leben hier noch der Projektleiter und zwei nationale Freiwillige, die jedoch  jeweils in einer der Familien der Jungen schlafen.
Tagsueber kommen noch ein Psychologe, eine Sozialarbeiterin und zwei Praktikantinnen ins Projekt.

Hier wurde ich direkt voll in den Arbeitsalltag eingespannt. Anfangs waren meine arbeitszeiten von 6.00h morgens bis um 22h abends. Es war sehr kalt, wie im deutschen Winter. Wir hatten nur kalte Duschen und nachts war es trotz Schlafsack, vielen Decken und vielen Klamotten sehr kalt, weil ueber meinem Fenster ein ca 1,5cm grosser Schlitz war, durch den der Wind zog. Es war also eine ganz andere Lebenssituation, als ich es gewohnt war. Trotzdem kann ich nicht behaupten, einen Kulturschock gehabt zu haben. Ich hatte es mir hier kontrastreicher im Vergleich zu Europa vorgestellt.
Generell habe ich mich im Projekt zwar willkommen gefuehlt, mir wurden meine Aufgaben und meine Verantwortung aber erst im Laufe der ersten Wochen klar, es fehlte also ein wenig an einer Einfuehrung.
Mittlerweile haben sich auch meine Arbeitszeiten geandert, es gibt warmes Wasser und mein Fenster wurde abgedichtet.

Mein Tag beginnt nun um 8:30 Uhr. Morgens helfe ich zusammen mit den anderen Freiwilligen der Sozialarbeiterin. Meine Aufgabe ist es dann zum Beispiel die Akten der hier lebenden Jungen  auf Vollstaendigkeit zu ueberpruefen oder am Computer zu vervollstanedigen. Manchmal besuchen wir auch Familien der Kinder, die nach der Schule ins Projekt kommen. Mittwochs gehen der andere deutsche Freiwillige und ich zu den Schulen der hier lebenden Jungen, um uns nach ihren schulischen Leistungen, ihrem Sozialverhalten, ihrer Puenktlichkeit und ihrer Anwesenheit zu erkundigen.
Mittags bereite ich dann zusammen mit den anderen Frewilligen den Essensraum fuer die ca. 70-100 Kinder vor, die nach der Schule zum Essen und zum Hausaufgaben machen kommen. Nach der Essensausgabe betreue ich dann offiziell eine Hausaufgabengruppe. Tatsaechlich sind wir aber oft zu wenig Betreuer, sodass ich auch noch in anderen Gruppen helfen muss, was zum einen durch die Anzahl der Kinder und zum anderen durch die Sprachbarrieren nur bedingt gut moeglich ist.
Am Nachmittag gehen die externen Kinder dann wieder zurueck zu ihren Familien, wobei sie jeden Tag die Hilfe eines Freiwilligen zur Ueberquerung der Hauptstrasse benoetigen. Danach bereitet ein Freiwilliger das “Kaffetrinken” fuer die Jungen vor. Die Kinder, die im Projekt leben brauchen oft noch mehr Zeit um ihre Hausaufgaben zu erledigen. Spaeter treiben wir dann mit den Kindern Sport oder leiten die Kinder zu anderen Aktivitaeten an. Der andere deutsche Freiwillige und ich haben beispielsweise zusammen eine Graffity-AG gegruendet. Die Kinder haben zwar Freude daran, doch koennen sich oft nicht lange konzentrieren oder lassen sich nur kurz motivieren und haben dann keine Lust mehr oder wollen lieber etwas anderes machen. Es ist generell sehr anstrengend mit einer Gruppe von fast 18 Jungen etwas auf die Beine zu stellen.
Nach der AG oder der sportlichen Betaetigung muessen die Jungs sich dann duschen. Als ich anfangs hoerte, dass die Kinder bei Fehlverhalten mit Essensendzug bestraft werden, war ich schokiert, aber mittlerweile weiss ich, dass man wenige Moeglichkeiten hat. So ist es auch beim Duschen. Die Kinder haben keine Lust sich zu duschen, aber die Kinder, die sich nicht duschen, bekommen kein Essen.
Nach dem gemeinsamen Essen organisieren wir dann noch das “Buenas Noches”. Dort sollen die Kinder beispielsweise ihren Tag reflektieren, wir  erstellen Armbaender, gucken einen Film oder bringen ihnen ein wenig Englisch oder Deutsch bei. Manchmal muessen die Jungs auch noch abends Hausaufgaben erledigen.
Um 22 Uhr endet dann mein Arbeitstag, ausser die Kinder muessen laenger als geplant Hausaufgaben machen oder der Film dauert laenger, dann kann mein Tag auch mal bis um 22:30 dauern.
Ab dieser Woche habe ich jedoch an zwei Morgenden frei, weil ich sonst zu viele Stunden arbeite. Normalerweise sollte ich zwischen 30 und 40 Stunden und nicht mehr als 8 Stunden pro Tag arbeiten. Deswegen wird sich wahrscheinlich auch noch mehr an meinen Arbeitszeiten aendern.

Die langen Arbeitszeiten und die Arbeit mit den Jugendlichen sind sehr anstrengend. Es ist dabei schade und demotivierend, dass wir fuer unsere Arbeit wenig Anerkennung, beispielsweise des Chefs, bekommen. Andererseits wird viel bemaengelt, wenn etwas nicht optimal laeuft.
Generell haben wir sehr viel Verantwortung fuer die Jugendlichen und sind oft mit ihnen alleine, was zur Folge hat, dass wir die komplette Verantwortung fuer 18 eigenwillige Jugendliche tragen.
Oft fehlt es an der Unterstuetzung von ausgebildeten und erfahrenen Personal und die Freiwilligen uebernehmen die Aufgaben, die eigentlich Hauptangestellte uebernehmen muessten.

Dadurch, dass wir im Projekt und auf dem Land leben ist es sehr schwierig, abgesehen vom Wochenende, Abstand vom Projekt zu bekommen. Die Jungen interessiert es naemlich nicht besonders, wann wir frei haben und wann wir arbeiten. Sie klopfen staendig an unsere Tuer.
Aus diesem Grund ist eine raeumliche Trennung vom Projekt und von der Freizeit in diesem Projekt empfehlenswert.

Auch meine Rolle als einzige Frau, die in  einem engen Kontakt, zum einen durch die Lebenssituation und zum anderen durch die langen Arbeitszeiten zu den Jungen steht ist sehr ambivalent zu betrachten. Auf der einen Seite ist es meiner Meinung nach sehr wichtig fuer Die Jugendlichen eine Art Mutterfigur zu haben, auf der anderen Seite kann ich nicht die Mutter von 18 Jugendlichen Jungen ersetzen. Ausserdem machen die Jungen oft zweideutige Kommentare und suchen meine koerperliche Naehe.
Vielleicht ist diese Projekt eher fuer maennliche Freiwillige geeignet. Auch ein wenig mehr Lebenserfahrung oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung wuerde mir glaube ich in manchen Situationen weiterhelfen.
 
Als ich mich vor meiner Ausreise naeher mit dem Projekt beschaeftigt habe und mehr Informationen von den Freiwilligen erhalten habe, die damals noch hier im Projekt lebten hatte ich die Vorstellung von Kindern, die hier leben, weil sie keine Familie haben. Tatsaechlich haben aber fast alle Kinder hier eine Familie und leben hier auf der Farm, weil sie Probleme mit ihren Familien haben. Viele Kinder sind sehr agressiv und die hier herrschende Gewalt hat mich am Anfang ziemlich schockiert.
Das Problem ist dabei, dass es ziemlich schwierig ist eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen, die auf Respekt basiert.

Meine Vorbereitungszeit hat mir teilweise geholfen. Zum Beispiel hatte ein Junge ein Armband mit einem Harkenkreutz gekauft, weil es ihm einfach gut gefiehl, ohne die Hintergruende zu kennen. Bei den Erklaerungen zur Bedeutung kam natuerlich die Geschichte Deutschlands zur Sprache. Obwohl ich mir vorher dessen bewusst war, dass das Thema mich hier im Ausland konfrontieren wuerde fuehlte ich mich persoenlich beschaemt, war aber trotzdem froh, dass dieses Thema vorher beim Vorbereitungsseminar bereits angesprochen und diskutiert wurde.

Alles in allem gibt es hier gerade zwar interne Probleme in meinem Projekt und ich bin deswegen nicht immer gluecklich damit, jedoch bin ich gluecklich, dass ich vor ueber einem Jahr die Entscheidung getroffen habe einen Freiwilligendienst im Sinne eines Lerndienstes zu leisten, denn ich glaube hier schon sehr viel fuer mein weiteres Leben gelernt zu haben!